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Auflösung des Jahreswhisky 2009: Balblair 1990 46%

 

Diese ausführlichen Tastingnotes wurden uns freundlicherweise von der Firma Wein- und Getränkewelt Weiser zur Verfügung gestellt.

Tastingnotes

Farbe: Helles Gelb, messing farben.

Aroma: intensiv, trocken, nach einer Mischung von Vanille und Klebstoff oder Firniss,  fino sherry? Eine Spur floral.  Leicht alkoholisch trotz der 46%, zeigt süße Holztöne, Malz, Eiche und unter der Süße finden sich Tannine.

Trotz der immer wieder spürbaren Süße, bleibt gleichzeitig auch immer der trockene Eindruck. Diese Kombination kommt gut. Malz steht immer wieder im Vordergrund, Fruchtigkeit muss man etwas suchen, diese ist immer nur flüchtig zu spüren, aber auch nie weit weg. Andeutungen von Lakritze?

Mit etwas Wasser: Fällt im Körper vor allem seine Öligkeit auf, deutliche Schlierenbildung. Im Aroma, keine wesentliche Änderung, wird nur feiner, weniger intensiv. Die Klebstoffnoten sind fast weg, vanillige Süße in abgeschwächter Form. Wirkt wesentlich zarter, floral und ein Hauch von umbestimmbarer Frucht, die sich mit der Zeit zu so etwas wie Mirabellenbrand entwickelt. Er wirkt wirklich sehr zart und filigran. Und durchgehend süß.

Geschmack:  Auf der Zungenspitze im ersten Eindruck Süße begleitet von einer fruchtigen Andeutung, Birne? Malzig-vanillig, dann lakritzig. Wärmend. Der Alkohol macht sich kurz aber nicht störend bemerkbar. Wirkt sehr trocken, zum finish hin sehr süß, dann aber doch sehr trocken werdend im Mundgefühl. Man hat den Eindruck, daß die Trockenheit wächst und wächst und daß dann doch die vanillige Süße wieder die Oberhand gewinnt. Die Süße bleibt an den Zungenrändern und am Gaumen stehen, wird nur langsam schwächer.

Mit etwas Wasser: Ein Lowlander? Fast wirkt er so im ersten Eindruck. Leicht, fast verspielt aber mit einem schönen Körper, mundfüllend. Vor allem vanillige Süße wieder, rund und gut balanciert. Auf der Zunge wieder Süße, Malz, eine Hauch von Getreide, die Tannine lassen ihn trocken erscheinen, Spuren von Lakritze, süße Eiche und Tannine. Dann kommt wieder seine leichte Seite zum Vorschein, florale Noten, eine schöne Süße mit angedeuteter Frucht, die stehen bleibt, deutlicher wieder zu Mirabellenbrand wird, wenn die trockenen und adstringierenden Noten verklungen sind.

Im Nachklang süße Holznoten, mittellang, mit anhaltender Süße und verklingender Trockenheit. Insgesamt wirkt der malt sehr rund, trotz der trockenen Abwechslung, die er bietet, geschmeidig. Mit Wasser klingt er vor allem süß nach, lange, malzige Vanille, die trockenen und trocknenden Elemente schwingen nur mit.

Kommentar: Dass man dort einen leichteren, oft zart und blumigen malt macht, spürt man auch in den Abfüllungen des Eingentümers. Für peat freaks ist dieser malt nichts, Anhänger von Lowland malts wird er gefallen.

Er ist mit Sicherheit ein schöner Frühjahres- und Sommer Dram der leichteren, süßeren Art. Gelungen.