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Cadenhead Tasting
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Scoma : 09.02.2001 Jever
Wieder einmal lud einer der größten Whisky Versender Deutschlands, Scoma, zu einem außergewöhnlichen Tasting in die weit im Norden gelegene Stadt Jever ein und fast 50 Whisky Enthusiasten folgten dem Ruf. Wm. Cadenhead, bekannt durch ihre ausgewählten Fassstärkenabfüllungen, präsentierten acht Whiskys aus den unterschiedlichen Regionen Schottlands zur Verkostung. Nach einer kurzen, launigen, Einführung durch Dr. Jürgen Setter von Scoma, gab Ewan A. Gunn, Sales Executive von Cadenhead und profunder Kenner der Whiskywelt, eine kurze Einführung in die Geschichte der Firma, gefolgt von dem Tasting der ausgewählten Whisky. Zu jeder einzelnen Destillerie wurden zudem Erläuterungen zur Geschichte und Herstellung der einzelnen Whiskys von Whisk(e)y Consultant Jürgen Deibel gegeben.
Mittelpunkt des Tastings waren aber natürlich die Whisky.
Den Auftakt machte ein Grain Whisky - Cameron Bridge (11 Jahre alt mit 64 Vol-%), auch bekannt als Cameron Brig aus der Region Fife. Orangennoten und Zitrusfrüchte erreichen die Nase, sehr knusprig und klar im Geschmack. Die Orangennoten bleiben auch im Nachklang präsent.
Der erste Single Malt des Abends kam aus der in den Lowlands gelegenen Destillerie St. Magdalene, die auch unter dem Namen Linlithgow bekannt geworden ist. Leider ist diese Destillerie heute geschlossen und zum Teil in Wohnungen umgewandelt worden, so dass wir nicht mehr allzu oft Gelegenheit haben werden, diesen Lowland Malt Whisky zu verköstigen. Cremige Noten von Zitronengras und Früchten in der Nase, sehr wohl ausgewogen und mit süßen Früchten im Nachklang. Ein interessanter 24 Jahre alter Whisky mit immerhin noch 41,6 Vol-%.
Nach dem Abstecher in die Lowlands führte uns der Weg anschließend in die nördlichen Regionen Schottlands, genauer gesagt nach Alness und dort zur Dalmore Destillerie. Der Whisky dieser Destillerie besticht durch seinen Aromareichtum und den voluminösen Charakter. Noten von Orangenmarmelade runden das Geschmackserlebnis ab. Der 13 jährige Dalmore (59,8 Vol-%) war zudem leicht und süß in der Nase, bitter und zugleich süß mit einem Anklang von Stachelbeeren im Nachklang.
Ein fruchtig, sanfter Whisky stand als nächstes auf unserer Liste - Lochside. Wiederum eine Destillerie, deren Whiskys nur noch bei unabhängigen Abfüllern zu finden sind. Der Whisky von 1981 mit 19 Jahren war buttrig und süß, mit einem Anflug von frisch gemähtem Gras. Ein cremiger, süßer und malziger Geschmack mit einem trockenen Nachklang runden das Gesamtbild ab. Mit 60,8 Vol-% insgesamt noch sehr honig-tönig.
Zur selben Region wie Lochside zugehörig, der Region der Highlands, ist auch der nächste Whisky im Tasting - Banff 1976 destilliert, 24 Jahre alt und mit 58,3 Vol-%). Benannt nach der gleichnamigen Stadt und bekannt geworden unter anderem durch die Belieferung des Unterhauses mit diesem Whisky und dem Einschlag einer verirrten Fliegerbombe im II. Weltkrieg. Leider ist auch diese Destillerie schon seit einigen Jahren außer Betrieb und der Whisky heute nur noch bei den unabhängigen Abfüllern zu finden. Bei dem Whisky aus Banff dominieren Biscuit Noten, Minze und etwas Malzigkeit. Der Geschmack zeigt sich pfeffrig und mit Hopfen.
Weiter geht die Reise zu einer fast schon brutal modernen Destillerie, deren Whiskys es trotzdem nicht zu großer Bekanntheit geschafft haben - Pittyvaich. Diese Destillerie, auf dem Gelände der Dufftown Destillerie gelegen, dient heute nur noch als Versuchsdestillerie für UDV. Der Geruch und der Geschmack des verkosteten Pittyvaich (1985 destilliert, 15 Jahre alt und mit 59,1 Vol-%) erinnert an getoastete Biscuits mit einem Hauch von Zitrone. Im Geschmack zeigen sich rauchige Honigtöne mit einem Anflug an Orange. Viel Toffee.
Glen Grant No. 2, oder besser bekannt als Caperdonich Distillery, war das nächste Besuchsziel auf unserer kulinarischen Reise durch Schottland. Der "kleine Bruder" von Glen Grant, mit diesem ehemals durch eine Rohrleitung direkt verbunden, besticht durch einen eigenständigen Charakter, der durch das Sherryfass, aus dem dieser Whisky stammte, noch zusätzlich in der Nase betont wurde. Auch im Geschmack findet sich wiederum sehr viel Sherry. Mit 22 Jahren und 58,4 Vol-% ein Whisky für den Sherryliebhaber.
Den Abschluss des Tastings bildete, fast schon traditionell, ein Islay Whisky - Caol Ila. Die Destillery an der Nordküste von Islay gelegen, verkörpert in der Regel einen weniger stark rauchigen Vertreter für Islay Whiskys und der Whisky ist auch weniger stark getorft wie die Whiskys aus den an der Südküste gelegenen Destillerien. Der heute verkostete Whisky zeigt aber auch die andere Seite von Caol Ila, buttrig mit viel trockenem Torf in der Nase und einem Geschmack nach Kohle, trockenem Torf und Rauch. Erst zum Abschluss entwickelt sich eine leichte Süße. Gerade deshalb war dieser kräftige Caol Ila, destilliert 1989, 10 Jahre alt und mit 57,8 Vol-%, ein interessanter und perfekter Abschluss einer interessanten Entdeckungsreise durch die schottischen Regionen.
Die zahlreichen Diskussionen während und nach dem Tasting zeigen das große Interesse an den Single Malts und ihrer Vielzahl an Geschmacksnoten. Es ist den qualitativ hochstehenden unabhängigen Abfüllern, wie Cadenhead, zu verdanken, dass uns Dank ihrer Bemühungen um neue Abfüllungen, Genüsse aus einer längst verloren geglaubten Zeit erhalten geblieben sind. Es ist zu wünschen, dass ein solches Tasting möglichst bald wiederholt wird und wir uns wieder auf eine Reise in die unbegrenzte Welt der Single Malts begeben können. Wie von SCOMA bereits angedeutet, sollen im Herbst 2001 Tastings mit Malts von Cadenhead's oder anderen unabhängigen Abfüllern erfolgen (Achten Sie auf die Ankündigungen im SCOMA Newsletter und auf www.whisky.de ).
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