|

|
Grüner Hund, Fassnr. 4, Dest. 8/92 Bott.: 8/05
Offizielle Vorstellung:
Die verschiedenen Malzsorten stammen alle aus Deutschland und werden selbst gemaischt und destilliert - wie es in Schottland und Irland üblich ist. Der Whisky wird in neuen Eichenfässern gelagert. Es sind Einzelfassabfüllungen, genau genommen: Single Cask Bottings. Er wird im Gegensatz zu vielen schottischen Standard-Malts nicht gefärbt und auch nicht kältegefiltert. Als Einzelfassabfüllung und auf Grund der geringen Menge können sich die Abfüllungsdaten und Fassnummern sehr schnell ändern.
Farbe: Dunkler Bernstein - Aroma: zuerst derb, Gerbsäure, Mandel, später blumig, weich, nussig - Geschmack: gebrannte Mandeln, zarte Bittertöne, leicht cremig, malzige Süße - Nachklang: mittellang, warm
Bemerkungen:
Braucht Zeit im Glas, Handwärme - Der Favorit unter den aktuellen Fleischmann Whiskys.
|
|
Für diese Vorstellung haben wir mal das Wort „Scotch“ von „Scotch Malt“ aus dem Menü der Startseite bei Whisky.De genommen und ihn gleichzeitig in zwei Kategorien vorgestellt: Malt und American. So etwas tun wir nur für etwas Besonderes und genau das ist der Grüne Hund oder besser die Whiskys von Robert Fleischmann. Dieser Malt Whisky kommt aus deutschen Landen und war der erste deutsche Malt Whisky und damit natürlich auch der erste bayerische Malt Whisky – es scheint da immer einige Unklarheiten im Marketing eines Konkurrenten zu geben. Gleichzeitig ist er geschmacklich eher den American Whiskeys zuzurechnen.
In Robert Fleischmanns kleiner Destille wird ein Whisky hergestellt, der schon so manchen Kenner überrascht hat. Wenn man mit dem Wort Malt auch immer schnell Scotch Malt verbindet, so zeigt dieser Whisky doch auf, dass die Grenzen schnell verschwimmen können. Ähnlich wie der Glenmorangie Missouri, eine heute sehr teuer gehandelte Rarität, bewegt er sich zwischen den Welten. Die Lagerung in unbehandelten Fässern erzeugt einen Geschmack auf der Basis von Malz, der deutlich in die Richtung eines leckeren Bourbons geht, allerdings mit sehr zarten Geschmacksnoten.
Die Nase ist anfangs etwas trocken mit leichten Gerbsäuretönen, dann weich und bourbontypisch. Der Geschmack bringt die Holzwirkung zur Geltung, duftige Bittermandel und Malzsüße. Leider ist der Nachklang zu kurz. Alle Geschmacknoten sind zart und eine Fassstärke dieses 40%igen wäre auch einmal interessant. In jedem Fall ist dieser Whisky eine eigenständige Kreation, also kein unreifer Versuch einen Scotch Malt „nachzubauen“ und widerlegt sehr schön mein Vorurteil, dass man das Rad nicht zweimal erfinden muss, sprich, Whisky doch in Irland und Schottland zu brennen sei.
|