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Archiv: Scotch Whisky des Monats im Jahre 2006
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CAOL ILA Murray McDavid

Offizielle Vorstellung
Land: Schottland

Region: Islay 

Whiskytyp: Single Malt 

Alter: 12 Jahre

Destilliert: 1993

Abgefüllt: 2005

Abfüller: Murray McDavid 

Charakteristik: Farbe: Dunkles Gold. Aroma: Süßes Islay! Typische Islayaromen und wunderschöne Süße im ersten Eindruck. Nach einem Moment im Glas etwas nach Wein. Dann die Rosinennote vom Sherry. Darüber Noten von Torf, Rauch, so etwas wie Schwefel und immer wieder torfige Fruchtigkeit. Wenn man die Nase tief ins Glas taucht, phenolige Noten von brennendem Gummi. Teer. Geschmack: Süß dann sofort trocken zuerst, typisch Caol Ila wie er sonst aus dem Bourbonfaß kommt. Dann sofort die typische Caol Ila Süße, hier verstärkt vom Sherry. Anders als in der Nase gewinnt der Sherry hier nie die Oberhand, er begleitet die Torf-Rauchnoten. Fruchtaromen bleiben hier nur angedeutet. Im Nachklang wirkt er zuerst sehr kurz und trocken. Rauch, Gummi und Torf dominieren. Wenn man glaubt, es sei leider schon vorbei, dreht er sich völlig und Torf-Rauch begleitet die am Schluß dominierende leichte trocken-fruchtige Süße. Caol Ila aus dem Sherry Cask, mit Sicherheit sehr interessant und sehr gut. 

Ausbau: Sherry Casks

Besonderheit: non chill-filtered, natural colour, limited edition 1200 Flaschen. Der sonst so gescholtene Jim McEwan mit seinen Farben und Aromen, die sonst nicht vom Whisky alleine kommen, beherrscht dennoch ohne Zweifel sein ganz klassisches Repertoire. Hier gelingt es ihm den typischen Caol Ila trotz einer Durchreifung im Sherryfaß zu bewahren. Mag man manchmal auch über Jim den Kopf schütteln, so muß man genau so oft auch den Hut ziehen. Hier auf jeden Fall.

Alkoholgehalt: 46,0%

Torfgehalt: sehr deutlich

 

Shops:
www.thewhiskytrader.de

 

 

Momentan haben es für Autoren, die über Whisky schreiben offenbar schwer. Da werden dauernd neue Kategorien und Begriffe erfunden, ob die jemand versteht, ist eine ganz andere Sache. Aber da ich immer mit der Zeit gehe, will ich auch für diesen Whisky etwas Neues einführen, das Symbol:

Badewanne

Es gibt eben Whiskys, die man entweder mit viel Dampf um sich herum in der Wanne liegend genießen kann, das ist das meistens ein Bourbon und ein Zigarillo gehört auch dazu, ebenso wie die staubigen Stiefel auf dem Holzfußboden – oder die, von denen man sich vorstellen kann, daß man gut in ihnen baden könnte. Zu der letztgenannten Kategorie gehört der Malt dieses Monats.

Sherry und Rauch sind schon in der Nase gut ausbalanciert, der Sherry ist von schwererem Format und bringt Rosinen mit. Im Mund verdichten sich die schweren Momente, es kommen Leder- und Tabaktöne hinzu.
Der Nachklang kommt mir ansteigender Tendenz rauchig und schließlich noch einmal mit der vollen Süße und das alles langanhaltend.

 

Clemens Dillmann, 29.4.2006

 

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