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Archiv: Scotch Whisky des Monats im Jahre 2006
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BUNNHABHAIN 28 Jahre

Offizielle Vorstellung

Land: Schottland
Region: Islay
Whiskytyp: Single Malt
Alter: 28 Jahre
Destilliert: 19.12.1977
Abgefüllt: 04.05.2006
Abfüller: thewhiskytrader
Farbe: Rotgold
Aroma: Wow! Nüsse, Wachs, süßer Sherry, aber dezent, Anis, etwas Amaretto, alkoholisch aber sehr angenehm, Möbelpolitur, Praline, sanfter Eichenholzeinfluß. Mittlerer Körper.
Geschmack: Langsame Entwicklung, zunächst trocken, wird dann immer süßer, mundfüllend, nussig, zum finish hin immer fruchtiger, ganz kurz blitzt etwas fruchtig-bitteres auf. Kaum Eichenholz zu schmecken, sehr gut eingebunden. Der Sherry bleibt im Hintergrund, aber deutlich spürbar. Im Nachklang süß, trocken werdend, Lakritze, etwas Eichenholz. Ein Malt mit einer wunderbaren Balance, der kein Wasser braucht. Wer sagt, daß Islay Whisky immer getorft sein muß?
Ausbau: Refill Sherry Butt
Besonderheit: Einzelfaßabfüllung,
Faßstärke, non chill-filtered, natural colour limited edition 210 Flaschen. Die erste Abfüllung unter dem thewhiskytrader Label ist eine Wucht. Bunnhabhain ist auch ohne Torf zu phantastischen malts fähig.
Alkoholgehalt: 45,1%
Torfgehalt: keiner, wird auch nicht vermißt!

Shops:
www.thewhiskytrader.de

 

 

28 Jahre im Dunkeln zu verbringen kann ganz schön langweilig werden. Da heißt es sich sinnvoll zu beschäftigen! Und genau das hat dieser Whisky auch getan. Während draußen um die Insel das Meer tobte, widmete sich das Destillat dem intensiven Austausch mit dem Faß, einem wiederbefüllten und sehr großem Sherryfaß. Wenn man während dieser Zeit im Warehouse genau hingeschaut hätte, wäre es vielleicht möglich gewesen zu entdecken, wie das Faß leicht raucht, denn Rauch und Torf haben sich aus dem Faß fast vollständig verabschiedet. 
Das Ergebnis ist ein Whisky mit einer phantastischen Nase. Nein, nicht so eine wie Kleopatra :-)  aber doch schon eine, die an etwas Exotisches denken läßt, denn intensive Dattel-Aromen bestimmen sie, so intensiv, daß man sich zweifellos lange an ihnen berauschen kann.
Der Geschmack läßt den Rausch erst einmal abklingen, man wollte eigentlich auf Datteln herumkauen, aber man findet sie aber nicht wieder. Erst allmählich  merkt man, wie die Wärme und ganz langsam auch Aromen wieder in der Kehle aufsteigen und sich vorarbeiten. Wenn sie vollkommen angelangt sind, dominiert eine schöne Süße den würzigen Geschmack.
Der lange Nachklang schließlich bringt etwas, was man bei dem Alter schon früher erwartet hätte, deutliche Holznoten, schön trocken und nicht unangenehm.

 

Clemens Dillmann, 30.8.2006